Adecco Swiss Job Market Index Quarterly Report Q4/2015

Ruhiges Jahresende auf dem Schweizer Stellenmarkt


Der Rückgang in der Personalnachfrage auf dem Schweizer Stellenmarkt schwächt sich ab. Im vierten Quartal 2015 schrumpft das Stellenangebot gegenüber dem Vorquartal um knapp 3 Prozent. Bereinigt um Saisoneffekte bleibt das Angebot sogar stabil. Der Rückgang zum Vorjahr beträgt 9 Prozent. Dies zeigt die Erhebung des Adecco Swiss Job Market Index der Universität Zürich.

ASJMI sinkt um 9% im Jahresvergleich

Der Adecco Swiss Job Market Index sinkt zu Jahresende im Vergleich mit dem Vorquartal um knapp 3 Prozent – saisonbereinigt bleibt das Stellenangebot auf bisherigem Niveau unverändert. Damit schwächt sich der seit einem Jahr herrschende Negativtrend auf dem Schweizer Stellenmarkt etwas ab. Allerdings zeigt sich der Stellenmarkt im vierten Quartal 2015 mit einem Minus von 9 Prozent nach wie vor deutlich verhaltener als im Vorjahr. Deshalb kann in naher Zukunft nicht erwartet werden, dass das Stellenangebot zur Reduktion der Arbeitslosenquote beiträgt. Dazu Nicole Burth Tschudi, CEO Adecco Schweiz: «Grosse Unterschiede zeigen sich zwischen den Berufsfeldern. Während deutlich weniger Personal im Bauwesen sowie im Handel und Verkauf gesucht wird, nimmt das Stellenangebot im Gastgewerbe, in der Informatik und dem Verwaltungswesen wieder deutlich zu.» Die Arbeitsmarktexpertin Marianne Müller vom Stellenmarkt-Monitor Schweiz bestätigt dies: «Die negative Entwicklung im Jahresvergleich verweist auf die anhaltenden Unsicherheiten, die das Wirtschaftsjahr 2015 geprägt haben. Unternehmen sind deutlich zurückhaltender in der Rekrutierung von neuem Personal als noch vor einem Jahr.»


Abnahme bei den Presseinseraten

Auf allen Ausschreibungskanälen schrumpft die Anzahl der ausgeschriebenen Stellen. Besonders markant, wenn auch auf sehr tiefem Niveau, ist die Abnahme der Stelleninserate in der Presse (–25%). Mit einem Minus von 3 Prozent verzeichnen auch die Onlinestellenportale einen Rückgang, während die Anzahl ausgeschriebener Stellen auf Unternehmenswebsites nahezu unverändert bleibt (–1%).

Grosse Unterschiede zwischen den Berufsbereichen

Im Vergleich zum Vorquartal zeichnen sich zwischen den einzelnen Berufsbereichen grosse Unterschiede in der Nachfrageentwicklung ab. Rückläufig ist insbesondere das Stellenangebot im Baugewerbe (–27%), wofür vor allem die negative Entwicklung im Ausbaugewerbe verantwortlich ist. Stark geschrumpft ist das Stellenangebot auch im Handel und Verkauf (15%). In den Bereichen Technik und Naturwissenschaften sowie Unterricht und öffentliche Dienstleistungen geht die Personalnachfrage nur leicht um je 3 Prozent zurück. Kaum geändert hat sich die Personalnachfrage in der Industrie und im Transportbereich (–2%) sowie in den Gesundheitsberufen (–2%). In den Bereichen Finanz und Treuhand sowie in Management und Organisation sind keine Veränderungen erkennbar (0%). Zugenommen hat hingegen der Personalbedarf mit einem Plus von je 8 Prozent in der Informatik und im Bereich Büro und Verwaltung, wo die Verluste des letzten Quartals somit wieder etwas aufgefangen werden konnten. Noch deutlicher ist die Zahl der ausgeschriebenen Stellen im Gastgewerbe und bei den persönlichen Dienstleistungen gestiegen (+14%).


Stärkster Rückgang im Bau- und Ausbaugewerbe

Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich eine deutlich pessimistischere Stimmung auf dem Stellenmarkt. Diese spiegelt sich in fast allen Berufsbereichen. Wiederum ist das Bau- und Ausbaugewerbe am stärksten betroffen (–22%). Der Rückgang in diesem Berufsbereich ist demnach nur teilweise saisonalen Effekten zuzuschreiben. Ein ähnlich starker Rückgang in der Personalnachfrage verzeichnet der Bereich Industrie und Transport (–20%), wobei insbesondere das rückläufige Stellenangebot in der Maschinenindustrie ins Gewicht fällt. Auch in den Bereichen Unterricht und öffentliche Dienstleistungen sowie Gesundheit wird 17 resp. 18 Prozent weniger Personal gesucht als im Vorjahr. Weiter sind auch die Bereiche Handel und Verkauf (–14%) sowie Technik und Naturwissenschaften (–12%) von einer deutlich schrumpfenden Personalnachfrage betroffen. Insbesondere die lange stark gesuchten Ingenieure und technischen Fachkräfte sind weniger gefragt. Moderater ist die Abnahme mit einem Minus von je 3 Prozent bei den Büro- und Verwaltungsberufen sowie in der Informatik. Im Jahresvergleich zugenommen hat der Personalbedarf hingegen in den Bereichen Management und Organisation (+5%), Finanz und Treuhand (+10%) sowie Gastgewerbe und persönliche Dienstleistungen (+11%).

Abnahme in fast allen Regionen

Der Stellenmarkt schrumpft im Quartalsvergleich in fast allen Regionen. Eine Ausnahme bildet die Genferseeregion, die eine marginale Zunahme von 2 Prozent verzeichnen kann. Am stärksten ist die Abnahme mit einem Minus von 12 Prozent in der Ostschweiz, wo insbesondere weniger Stellen im Ausbaugewerbe und im Bereich Handel und Verkauf ausgeschrieben sind. Weniger deutlich ist der Rückgang der Personalnachfrage in der Zentralschweiz (–6%), der Nordwestschweiz (–5%), im Espace Mittelland (– 4%) und in Zürich (– 3%). In der Zentralschweiz und in Zürich werden ebenfalls klar weniger Stellen im Bereich Handel und Verkauf sowie im kaufmännischen Bereich ausgeschrieben. In Zürich fällt zusätzlich die Abnahme in der Finanz- und Versicherungsbranche ins Gewicht. In der Nordwestschweiz schrumpft dagegen insbesondere die Nachfrage nach Ingenieuren und im Espace Mittelland nimmt der Personalbedarf im Bauwesen sowie im Bereich Technik ab.


Einzig die Zentralschweiz mit leichtem Plus zu Vorjahr

Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich auf dem Stellenmarkt ein deutlich rückläufiger Trend. In der Ostschweiz ist die Abnahme am stärksten ausgeprägt. Hier werden 19 Prozent weniger Stellen ausgeschrieben als noch vor einem Jahr. Dabei wurde insbesondere in den Bereichen Handel und Verkauf, im Ausbaugewerbe sowie in den Ingenieurberufen weniger Personal gesucht. Bedeutend weniger Personal suchen im Vergleich zum Vorjahr auch die Betriebe in der Genferseeregion (–11%) und im Espace Mittelland (–9%). In der Genferseeregion nimmt die Nachfrage nach Ingenieuren und technischen Fachkräften sowie nach kaufmännischem und administrativem Personal deutlich ab, während im Espace Mittelland das Stellenangebot in der Industrie, im Gastgewerbe sowie bei Managementberufen deutlich rückläufig ist. In Zürich sinkt der Personalbedarf mit einem Minus von 5 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2014 etwas weniger stark. Hier verteilt sich der Rückgang breit auf verschiedene Berufsfelder, darunter insbesondere die technischen Berufe, die Informatik und das Bauwesen. In der Nordwestschweiz bleibt die Zahl der Stellenausschreibungen stabil (–1%) auf dem Vorjahresniveau und die Zentralschweiz verzeichnet sogar ein leichtes Plus (+3%).

Über den Adecco Swiss Job Market Index (ASJMI)

In Zusammenarbeit mit dem Stellenmarkt-Monitor Schweiz (SMM) am Soziologischen Institut der Universität Zürich veröffentlicht Adecco Switzerland jeweils Ende Januar, April, Juli und Oktober den ASJMI. Mit dem ASJMI steht für die Schweiz eine wissenschaftlich fundierte und umfassende Messgrösse für die Entwicklung des Stellenangebots in Presse und Internet zur Verfügung. Er beruht auf repräsentativen Quartalserhebungen der Stellenangebote in der Presse, auf Onlinestellenportalen sowie auf Unternehmenswebsites. Der ASJMI beruht auf den Auszählungen der ausgeschriebenen Stellen in 90 Pressetiteln (Zeitungen und Anzeiger), 12 Onlinestellenportalen und 1‘300 Unternehmenswebsites.